25 Jahre queere Kultur in Karlsruhe

Wenn am 15. April das zweite Festival „queerKULTUR“ seine Tore öffnet, dann ist dies ein bemerkenswertes Jubiläum. Denn es ist bereits das 25. lesbischwule Festival in Karlsruhe.

Als die ersten Festivals stattfanden, gab es den „Schwulenparagraphen“ §175 noch. Und heute? Warum heute noch ein queeres Kulturfestival? Isolieren sich die Homosexuellen hier nicht, statt sich zu integrieren? Ganz im Gegenteil: „Das Festival richtet sich an alle Menschen, nicht nur an Queers“, so die Macherinnen und Macher. „Lesben, Schwule, Bi-, Trans-, Inter- und Asexuelle machen eigene, für sie charakteristische Erfahrungen im Coming-Out. Die Erkenntnis, ‚anders als die anderen‘ zu sein und der oft mühsame Weg, sich das einzugestehen und zu sich selbst zu stehen, prägen. Das wollen wir zeigen und thematisieren. Außerdem sind wir noch immer weit davon entfernt, daß queere Menschen gesellschaftlich voll integriert und akzeptiert wären. In Deutschland, aber erst recht in vielen anderen Ländern der Welt. Queere Flüchtlinge haben sehr oft besonders tragische Lebensumstände, weil sie auch innerhalb der Flüchtlingsgemeinschaften keine Akzeptanz erfahren.“

Das Festival eröffnen die beiden Filme „Those People“ und „Carol“, die vom Verein „Pride Pictures“ und der Kinemathek gezeigt werden. Der Situation queerer Flüchtlinge widmet sich eine Podiumsdiskussion im studentischen Kulturzentrum Z10, die live im Querfunk übertragen wird. Das zweiwöchige Programm des Festivals „queerKULTUR“ enthält darüber hinaus ein buntes Programm mit Veranstaltungen vom Staatstheater Karlsruhe ebenso wie vom ZKM, von der AIDS-Hilfe ebenso wie vom lesbischwulen Sportverein „Uferlos“. Eine Werkstatt widmet sich der Geschichte der Lesben und Schwulen in Karlsruhe mit dem Ziel, eine thematische Stadtführung zusammenzustellen.

Das Festival geht vom 15.4. bis zum 1.5.; das vollständige Programm findet sich unter www.queerKULTUR.de.